Once Upon a Time in Gaza
Gaza im Jahr 2007: Ein Ort zwischen Stillstand und improvisiertem Alltag, geprägt von Blockade, politischer Fragmentierung und einer allgegenwärtigen Ökonomie des Mangels. Student Yahya (Nader Abd Alhay) vertickt mit Dealer Osama (Majd Eid) über ein Falafel-Restaurant Drogen. Die beiden werden Freunde, ihr Business scheint eine fragile Möglichkeit, der ausweglosen Situation zu entkommen. Als sie ins Visier eines korrupten Polizisten geraten, werden dessen Machtspiele und verletzter Stolz zur Gefahr für ihre Freiheit und ihr Leben. Nichts scheint im besetzten Gaza von Dauer, jede Überlebensidee ist provisorisch und bedroht, jederzeit kann der Alltag komplett kippen. Als das passiert, ergibt sich für Yahya eine skurrile neue Chance. Er bekommt das Angebot, in einem Propagandafilm der Hamas die Hauptrolle zu spielen. Natürlich mit echten Waffen, denn für Spezialeffekte reichen die Finanzen nicht…
Die palästinensischen, vielfach preisgekrönten Regie-Brüder Arab und Tarzan Nasser (»Gaza Mon Amour«) erzählen das tägliche Überleben in Gaza als wilden Genremix aus Italo-Western, Comedy und Krimi und machen dabei keinen Hehl aus ihrer Verehrung für Quentin Tarantino und Sergio Leone. Ihr neuestes Werk ist nur verhalten politisch. Der Titel „Once upon a time“ klingt hier weniger nach Märchenstunde als nach einer selbstbewussten Setzung: Auch Gaza ist ein Ort, an dem wilde Kinogeschichten beginnen dürfen. Der Film blickt zurück auf eine frühere Phase permanenter Unsicherheit in der Region und macht spürbar, wie sehr sich Gegenwart, Erinnerung und filmische Erzählung an diesem Ort unauflöslich überlagern. »Once Upon a Time in Gaza« wurde im Frühjahr 2025 im Programm »Un Certain Regard« der Cannes Filmfestival ausgezeichnet.
Grit Dora
Buch: Marie Legrand, Amer Nasser, Tarzan Nasser, Arab Nasser
Regie: Arab Nasser, Tarzan Nasser
Darsteller: Nader Abd Alhay, Majd Eid, Ramzi Maqdisi, Issaq Elias
Kamera: Christophe Graillot
Musik: Amin Bouhafa
Produktion: Les Films du Tambour, Jordan Pioneers Multimedia Co., Slate Film, Made in Palestine Project, Red Balloon Film, Riva Filmproduktion, Ukbar Filmes, Lda, Kometa Films
Bundesstart: 12.02.2026
Start in Dresden: 12.02.2026
FSK: ab 12 Jahren