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Bundesstart - Das Debüt im Thalia
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Alpha (OmdU)

Body/Drama, Frankreich/Belgien 2025, 128 min

Die 13 jährige Alpha (Mélissa Boros) wächst in den 1980er Jahren in Le Havre auf und ist in ihrem Alltag die meiste Zeit auf sich selbst gestellt. Ihre allein erziehende, als Ärztin im örtlichen Krankenhaus arbeitende Mutter (Golshifteh Farahani) sieht sie kaum. Eine neuartige Krankheit ist ausgebrochen und macht die Runde, die geschlossene Virusstation, auf der Alphas Mutter arbeitet, ist überfüllt. Die Ansteckungen häufen sich, die infizierten Menschen scheinen nach und nach regelrecht zu versteinern und sterben rasch. Eine Epidemie droht. Alpha, allein gelassen, zieht auf eigene Faust los, macht ihre Teenage-Erfahrungen, lotet Grenzen aus. Auf einer Party lässt sie sich ein Tattoo stechen. Ihre Mutter verfällt in Panik. Hat sich Alpha mit der mysteriösen Krankheit infiziert? Vermehrt beginnen die Einstichstellen des Tattoos zu bluten. In der Schule wird Alpha ausgegrenzt, stigmatisiert, die Angst grassiert. Gleichzeitig muss sie erleben, wie mit ihrem heroinabhängigen Onkel Amin (Tahar Rahim) umgegangen wird. Er ist HIV-positiv und schon dabei, sein Leben loszulassen…
Regisseurin Julia Ducournau schrieb für ihren dritten Spielfilm auch das Drehbuch und verwendete Teile ihres ersten Kurzfilms »Junior«, in dem eine 13-Jährige eine von einem Magenvirus ausgelöste Metamorphose durchmacht. Sie verarbeitet in »Alpha« auch eigene Kindheits-Erfahrungen aus den 1980er und 1990er Jahren, dem Höhepunkt der AIDS-Epidemie in Europa.
Neben Golshifteh Farahani als Mutter überzeugt Tahar Rahim als HIV-positiver Bruder Amin, der für die Rolle des Junkies 20 Kilogramm abnahm. Stark abgemagert berührt er mit seinem extrem körperlichen Spiel von Sucht, Leid und Erlösungssehnsucht ungemein. Auch der neue Film von Ducournau ist in gewisser Weise eine Body-Horror-Geschichte, konzentriert sich aber stärker auf die Familiengeschichte und die Folgen einer Epidemie.
Grit Dora