Matinée für Wilhelm Hein – Hommage an einen Filmvisionär

Wilhelm Hein (1940-2025) war einer der spannendsten und einflussreichsten Experimental- und Undergroundfilm-Pionier:innen Deutschlands. Seine Collagen aus Found Footage, eigenen Bildern und performativen Strukturen rücken Kino als offenes Denk- und Erfahrungsfeld ins Zentrum. Das Programm würdigt einen Freund des FILMFEST DRESDEN und sein einzigartiges Werk, das filmische Freiheit neu definiert.
Kuratiert von Sven Pötting, Andrej Krabbe
In Kooperation mit SKD: Archiv der Avantgarden – Egidio Marzona

[tw: Epilepsie, körperliche Gewalt, Pornografie]

Rohfilm (Rawfilm)
Birgit Hein, Wilhelm Hein
BRD, 1968
20 Min, no dialogue

In ROHFILM wird das reale Bild zerstört. „Er beinhaltet direkte Filmcollage und manuelle Attacken auf das Zelluloid. Seine physische Präsenz ist überwältigend.“ David Curtis, 1971

Porträts Nr. 1
Birgit Hein, Wilhelm Hein
BRD, 1970
15 Min, no dialogue

Der erste Teil einer Reihe von Porträtfilmen, die die Heins zwischen 1970 und 1973 drehten, etwa über Charles Manson, Ronald Biggs, den deutschen Künstler Kurt Schwitters und ihre Tochter Nina Hein. Sie zeugen von ihrem wachsenden Interesse an der Bewegung, die ausschließlich durch filmische Reproduktionsprozesse entsteht.

Kali-Filme
Birgit Hein, Wilhelm Hein
BRD, 1988
15 Min, no dialogue

Eine Auswahl der KALI-FILME von Birgit und Wilhelm Hein. Die KALI-FILME sind eine Zusammenstellung von acht einzelnen kurzen Found-Footage-Filmen, die aus Hollywood-B-Filmen der Genres Kriegs-, Horror- und Frauengefängnisfilme, historischen Kriegsdokumentationen und Pornofilmen zusammengesetzt wurden. In diesen trivialen Filmen finden wir Bilder unserer eigenen unbewussten Triebe, die in der offiziellen Hochkultur tabu sind. Kali ist eine Muttergöttin der hinduistischen Mythologie. Sie ist die gebärende Mutter und zugleich die tötende und kastrierende Frau. Seit Urzeiten fürchten die Menschen ihre Macht.