Karneval

Komödie, Niederlande 2026

Seien wir ehrlich: Kaum ein Nachbar eignet sich in deutschen Augen besser für liebevolles Draufhauen als die Niederländer. Was in den Neunzigern mit den chaotischen »Flodders« familienfreundlich begann, eskalierte Anfang der Zweitausender im brachialen Atzenhumor von »New Kids«. Politisch korrekt war das selten, lustig dafür um so öfter. Genau an diese Tradition knüpft »Karneval« an, ohne sich ausschließlich auf nostalgische Gags zu verlassen. Im niederländischen Brabant dreht sich für vier Freunde alles um die fünfte Jahreszeit. Jahr für Jahr wird gemeinsam gefeiert, getrunken und über die Stränge geschlagen. Doch kurz vor dem großen Fest gerät das eingespielte Gefüge ins Wanken. Einer von ihnen muss sich plötzlich um seine entfremdete Tochter kümmern, während der lokale Prinz Karneval eine zunehmend manipulative Seite offenbart. Was als ausgelassene Feier beginnen sollte, entwickelt sich zu einem turbulenten Durcheinander aus persönlichen Krisen, Missverständnissen und jeder Menge absurdem Chaos. »Karneval« verspricht derben Humor, schräge Figuren und das typisch niederländische Gespür für Selbstironie. Gleichzeitig präsentiert sich ein Lebensgefühl zwischen Katerstimmung, Kostümen und unerwarteten Eskalationen. Mit »Karneval« bringt Regisseur Flip Van der Kuil den anarchischen Wahnsinn zurück auf die Leinwand, der schon die »New Kids«-Filme zu Kultobjekten für Freunde gepflegt niveauloser Unterhaltung gemacht hat. Dazu vereint er sogar wieder Teile der früheren New Kids. Wer damals über Bier, Fickschnitzel und Brabanter Proll-Philosophie lachen konnte, dürfte sich auch hier schnell heimisch fühlen.
José