Fucking Different Generations
Vor 21 Jahren initiierte der Produzent Kristian Petersen die heute legendäre Kompilationsfilmreihe »Fucking Different«: um queere Regisseure aus verschiedenen Städten kurze Spiel- und Dokumentarfilme drehen zu lassen - als Bestandsaufnahmen von sich stetig verändernden queeren Communitys. Seitdem hat sich viel getan: Geschlechtergrenzen sind fluider geworden; junge Menschen müssen sich nicht mehr zwingend im binären System verorten. Doch wenn sich die jungen, queeren Communitys aufeinander zubewegt zu haben, ist ein Riss zwischen den Generationen erkennbar.
Den versucht das Kurzfilmprogramm, der mittlerweile siebente Teil der Reihe, nun zu überbrücken: Dafür haben queere Filmemacher der Boomer Generation Filme über ihre Vorstellungen vom Leben junger queerer Menschen gedreht - während junge queere Filmemacher:innen ihre Perspektiven auf die älteren zu Kurzfilmen verarbeitet haben.
NAAMIKO
ein Film von Jo Pollux & Theo Parker
Schlüpfe in eine andere Altersgruppe, als würdest du ein neues Hemd anziehen! Das verspricht eine Agentur für geheimnisvolle Erlebnisse. Die 70-jährige Bela bucht ein „Gen Z“-Paket und wird für einen Tag zu einer 20-jährigen Großstadt-Göre. Angeleitet von einer bestimmenden Stimme in ihrem Ohr taucht Bela immer tiefer in ihre neue Rolle ein - bis sie eine unerwartete Begegnung hat…
CARA & MARLEN
ein Film von Kristian Petersen
Zwei Sexarbeiterinnen aus unterschiedlichen Generationen sprechen über die Arbeitsbedingungen damals und heute, ihr Verständnis von sexpositivem Feminismus, gemeinsame Utopien und Möglichkeiten, voneinander zu lernen. Wo liegen die Generationsunterschiede, wo die Gemeinsamkeiten, und wie lässt sich Erfahrungswissen weitergeben?
DEATH OF A RAVE - AND OF OUR DANCEFLOORS
ein Film von Sofía Alvarado
„No god anymore, or sweating in the dark“ - Philip Larkin, ‚High Windows‘
Eine Kamera dokumentiert das Äußere verschiedener Tanzflächen aus der Vergangenheit New York Citys, während wir ihr imaginäres, gespenstisches Inneres sehen und hören. Eine Discokugel, ein Phantom der vergangenen Disco-Ära, wird wie ein Gott verehrt.
THE CRUISERS
ein Film von Todd Verow
Drei junge queere Menschen besuchen die berüchtigten New Yorker Cruising-Treffpunkte (The Piers, The Meat Rack und The Subways). Während sie darüber sprechen, was Cruising für sie bedeutet, lassen sie die Geister vergangener Cruiser wiederaufleben…
DOM QUIXOTE IN NORMVILLE
ein Film von Emre Busse
„DOM Quixote“ in Normville ist ein wilder, ungezügelter Ritt - ein absurder, erotischer Angriff auf die Windmühlen der Zensur, des institutionellen Elitismus und des kulturellen Gatekeepings. Emre Busse reitet bewaffnet durch Generationen queeren Verlangens, von den flackernden Schatten der Sexkinos bis zu den neonbeleuchteten Bildschirmen einer neuen Ära, in der Algorithmen vor Hunger pulsieren, doch weiterhin die Tiefe unserer Lust nicht begreifen können. Ein Schlachtruf und ein Liebesbrief an Kathy Acker, an Fehlinterpretationen, an Exilanten, an all jene, die sich weigern, ihr Verlangen im Namen von Klarheit, Produktivität oder Sinn aufzugeben. „DOM Quixote“ in Normville bittet nicht um Raum. Er nimmt ihn sich. Manchmal ist die Haltung des verfolgten Helden kein Narzissmus. Sie ist eine Rüstung.
HAND ME DOWN
ein Film von Jiz Lee & Shine Louise Houston
„Hand Me Down“ verwebt die Videos und Stimmen von herausragenden Persönlichkeiten der Babyboomer-Generation und Ikonen der Generation X sowie Millennials: „Gender Outlaw“-Autor:in Kate Bornstein, Tantra-Pädagogin Barbara Carrellas, die lesbische Pornografin Nan Kinney, Filmemacher:innen StormMiguel Florez und Annalise Ophelian, der schwule Pornograf Todd Verow, der BDSM-Experte aus der Bay Area, LT Thunder Hawk, die ökosexuellen Künstlerinnen Annie Sprinkle und Beth Stephens zusammen mit Joy Brooke Fairfield und Candi X sowie der Erotikfilmemacher Bonaventure Tain mit den Pornostars Ryuji Suzuki und Jenny Lai.
PUSSYBOY
ein Film von Monika Treut
Eine wundervolle Fügung - als ich auf einer Recherchereise in Taiwan war, erhielt ich eine Nachricht über Instagram - jemand schickte mir eine schöne Nachricht, nachdem er erfahren hatte, dass ich in Taipeh war - und äußerte den Wunsch, sich mit mir zu treffen. Als wir uns ein paar Tage später im Kino „Spot“ trafen, verliebten wir uns ineinander. Es stellte sich heraus, dass er (ein junger trans Mann, der gerade mit seiner Transition begonnen hatte und ein angehender Filmemacher war) von meinen Filmen begeistert war. Im Gespräch mit ihm sah ich mich selbst, als ich in den 1980er Jahren in NYC lebte. Also fingen wir sofort an, uns gegenseitig zu filmen. Eine lebenslange Freundschaft entsteht.
Regie: Monika Treut, Todd Verow, Jo Pollux & Theo Parker, Jiz Lee & Shine Louise Houston, Emre Busse, Sofía Alvarado, Kristian Petersen
Bundesstart:
Start in Dresden:
FSK: ab 18 Jahren