Sacrifice

Action/Abenteuer, USA/Großbritannien/Griechenland 2025, 101 min

Wenn radikale Aktivisten eine glamouröse Charity-Gala überfallen, klingt das zunächst nach einem halbwegs klassischen Thriller. »Sacrifice« ist allerdings alles andere als klassisch: Das Drehbuch ist ein einziges Chaos - und das meine ich durchaus positiv. Joan (Anya Taylor-Joy) und ihre Geschwister haben nach dem Tod ihrer Mutter die Überzeugung entwickelt, dass eine vulkanische Prophezeiung ihnen die Aufgabe übertragen habe, die Erde zu retten. Und dafür braucht es - der Filmtitel lässt es bereits erahnen - Opfer. Auf besagter Gala nimmt die Gruppe deshalb drei Menschen als Geiseln, die für Joan unterschiedliche Dinge verkörpern: ihren Helden, den Filmstar Mike Tyler (Chris Evans), ihren Schurken, den Milliardär Ben Bracken (Vincent Cassel), und ihre Geliebte, die Performerin Katie (Ambika Mod). Gemeinsam sollen sie Teil des weltrettenden Rituals werden. Der französische Regisseur Romain Gavras präsentiert keinen gewöhnlichen Geiselnahme-Thriller, sondern einen ziemlich wilden Mix aus Action, Satire, Sektenwahn und Endzeit-Abenteuer. Gedreht wurde neben Bulgarien auch in Griechenland, wo Vulkane und karge Landschaften die passende Kulisse für Joans Weltuntergangsvision liefern. Genial ist dabei die Rollenverteilung: Chris Evans darf als selbstverliebter Hollywoodstar sein Image ein wenig durch den Kakao ziehen, während Anya Taylor-Joy als fanatische Joan irgendwo zwischen Jeanne d’Arc und Wahnsinniger liegt. Zudem glänzen Salma Hayek und John Malkovich in grandiosen Nebenrollen. Die Geschichte ist so unvorhersehbar, dass man das Vorhersagen vermutlich ziemlich schnell aufgibt.
Viktoria Franke