Geister
Eine einzige Nacht reicht, um zwei Leben auf den Kopf zu stellen. Auf einer ziemlich ambitionierten Abiparty begegnen sich Farasha (Mariam Dawoud) und Faris (Eren M. Güvercin). Sie sind beide zwanzig, kennen sich kaum und fühlen sich sofort stark zueinander hingezogen. Aus der Begegnung wird eine actionreiche gemeinsame Nacht - und dann endet schon wieder alles abrupt, bevor es wirklich losgehen konnte: Farasha stirbt. Faris bleibt zurück, mit einer Liebe, für die es im Alltag noch gar keine Geschichte gibt. Farasha aber ist nicht einfach verschwunden. Sie sucht einen Weg, ihm nahe zu bleiben, und findet ihn dort, wo Erinnerung, Sehnsucht und Wirklichkeit ineinander übergehen: in seinen Träumen. Vierzig Nächte lang können die beiden einander dort begegnen, dann schließt sich auch dieses Tor.
Mit »Geister« kehrt Fatih Akın nach »Amrum« in die Gegenwart zurück. Wie in seinem Durchbruch »Gegen die Wand«, erzählt der Hamburger Regisseur kraftvoll und aufgekratzt, in Bildern, die sich in die Netzhaut bohren, eine Liebesgeschichte, die auch Milieustudie ist. Eine Story, in der die Grenze zwischen Leben und Tod durchlässig wird. Das Übernatürliche ist dabei weder fernes Märchenland noch esoterischer Fiebertraum, sondern der Raum, in dem zwei junge Menschen ihrer so plötzlich unterbrochenen Geschichte noch einmal begegnen. Vierzig Nächte sind nicht viel. Aber die Zeit läuft ohnehin anders, wenn man träumt - und wenn man jemanden nicht loslassen kann. Fatih Akin at his best! »Geister« ist auch die Entdeckung zweier großartiger junger Gesichter mit atemberaubender Leinwandpräsenz.
Grit Dora
Buch: Ruth Toma, Fatih Akin
Regie: Fatih Akin
Darsteller: Eren M. Güvercin, Mariam Dawoud, Lama Alhalabi, Carlotta von Falkenhayn, Gabriel-Winner Amorin, Anna Bederke
Kamera: Frank Griebe
Musik: Malakoff Kowalski
Produktion: bombero international, Warner Bros. Film Productions Germany
Bundesstart: 05.11.2026
Start in Dresden: 05.11.2026