Runner

2026, 97 min

Hank Malone, einst Elitesoldat und heute Spezialkurier, trägt seine Vergangenheit wie ein zweites Gewicht auf den Schultern. Als hätte man Alan Richardsons Paraderolle »Reacher« direkt aus dem aktiven Dienst in eine Lieferanten-Karriere verpflanzt. Eher ungewohnt von seinen üblichen Lieferjobs, gibt es für ihn bei der aktuellen Fahrt ununterbrochene Bewegung, Druck und Effekte und jede Menge Karambolage. Atempausen sind Mangelware, der Puls steigt mit jeder Minute, denn sein aktueller Auftrag ist alles andere als gewöhnlich: Er muss ein lebenswichtiges Spenderorgan zu einem schwerkranken Mädchen bringen, dessen Zeit erbarmungslos verrinnt. Was zunächst nach Routine klingt, entpuppt sich schnell als Hochrisikomission, denn seltene Organe ziehen seltene, aber äußerst entschlossene Organschmuggler an. Diese setzen alles daran, die wertvolle Fracht abzufangen. Plötzlich rasen Hank und der medizinische Kurier Ben über die Straßen der Gold Coast, als befänden sie sich mitten in einer Mission aus dem nächsten GTA Teil.
Der Film nutzt die australische Küstenlandschaft nicht als Postkartenkulisse, sondern als vibrierende Druckkammer, in der jeder Kilometer zählt. Jeder Stau, jede Baustelle, jeder unerwartete Umweg kann das Ende bedeuten sowohl für das Mädchen als auch für die Mission und für Hank selbst. Alan Richardson, der nach seinen Anfängen in »Blue Mountain State« eine bemerkenswerte Genreverschiebung hingelegt hat, zeigt hier eine neue, wieder weniger kantigere Seite. Unterstützt wird er von seinem Hollywood Sidekick Owen Wilson, der überraschend gut in dieses adrenalindurchtränkte Szenario passt. Vielleicht war der GTA Vergleich zu kurz gegriffen; vielmehr wirkt der Film wie die inoffizielle Fortsetzung von »The Transporter«, auf die wir heimlich gewartet haben.
José

Buch: Miles Hubley, Tommy White

Regie: Scott Waugh

Darsteller: Alan Ritchson, Owen Wilson, Rodrigo Santoro

Bundesstart: 17.09.2026

Start in Dresden: 17.09.2026