TRAILER

Biermann

Dokumentation, Deutschland 2026

„Es gibt kein Leben, das mehr für die deutsch-deutsche Geschichte steht, als jenes von Wolf Biermann“, urteilt die New York Times. Fakt ist, viele ostdeutsche Biografien machen seit dem 13. November 1976 einen Knick. Allen voran die von Wolf Biermann. Nach seinem Konzert in Köln wird dem DDR-Liedermacher „wegen grober Verletzung der staatsbürgerlichen Pflichten“ auf Beschluss des SED-Politbüros die Rückkehr in die DDR verweigert. Schauspieler, Künstlerinnen, politisch Aktive und unzählige Werktätige nehmen ihrem Land diese erzwungene Ausbürgerung übel. Und die DDR-Führung erweist sich mit dieser Dummheit keinen Dienst, denn noch heute gilt dieser Schritt als der Anfang vom Ende. Bereits seit 1965 galt für den geborenen Hamburger ein umfassendes Auftrittsverbot in der DDR. Biermann, der durch und durch Kommunist war, kollidierte unentwegt mit dem sich immer mehr verengenden politischen System. Seine Forderungen nach mehr demokratischer Teilhabe und Entstalinisierung, nach mehr Mensch und weniger Funktionär, mehr Mut und weniger Schwanz einziehen, sprach er aus mit Marx- und Engelszungen. Man stelle sich einmal vor, mit welcher politischen und schöpferischen Kraft das kleine Land versehen war, ehe das 11. Plenum 1965 beschloss, die Realität abzuschaffen. Im November wird der Mann neunzig Jahre alt und blickt zurück auf ein Leben in beiden deutschen Staaten, welches angefüllt ist mit guter Lyrik, schneidender Kritik, und dem typisch biermännisch tönenden Gesang. Ein Leben, welches sich nachlesen lässt in zahllosen Büchern oder auf fünfzigtausend Seiten Stasi-Unterlagen. Und welches sich auszeichnet durch Rückgrat und Anstand und den Erkenntnisprozess, dass Kommunismus per se kein Dogma ist: „Brechts bester Einfall war es, Kommunist zu werden. Sein schlechtester Einfall: Kommunist zu bleiben.“ Daher spricht Regisseur Jens Meurer auch von einer Entdeckung der vielen Biermanns, vom Lyriker, Liedermacher, Staatsbürger, Staatsfeind, Sohn einer jüdischen Familie und vom Menschen Wolf Biermann.
alpa kino

Buch: Dirk Kämper, Jens Meurer, Pamela Biermann

Regie: Jens Meurer

Kamera: Sebastian Ganschow, Bernd Fischer, Antonia Schäfer

Bundesstart: 29.10.2026

Start in Dresden: 29.10.2026